|
Schon seit vielen Jahren pflegen die Betreuer der hörgeschädigten Geschwister in den Gebietskirchen Niedersachsen, Hessen und Nordrhein-Westfalen Kontakte, die auf Seminaren geknüpft wurden, die der Bezirksälteste Lierse (Nordrhein-Westfalen) für diese Schwestern und Brüder hielt. Am Rand dieser Veranstaltungen war des öfteren der Wunsch laut geworden, einmal ein gemeinsames Treffen zu organisieren.
Nachdem 1998 erneut diese Bitte ausgesprochen worden war, traf der für die Hörgeschädigten in Nordrhein-Westfalen zuständige Betreuer, Priester Ott, die notwendigen Vorbereitungen für ein überregionales Treffen.
Mit Zustimmung der verantwortlichen Bezirksapostel Ehlebracht (Nordrhein-Westfalen) und Klingler (Niedersachsen) ging es zunächst darum, den Ort zu bestimmen, an dem diese Begegnung stattfinden sollte. Die Niedersachsen schlugen Quelle-Steinhagen, den Wohnsitz des Stammapostels Niehaus, als Ort der Begegnung vor.
Priester Ott, der in der dortigen Gemeinde dient, übernahm die organisatorischen Vorbereitungen. Nach weiteren Rücksprachen stand der 05. Juni 1999, ein Samstag, als Tag X fest. Nun konnten auch die hörgeschädigten Geschwister von dem Vorhaben informiert werden – was große Freude auslöste. Schnell sprach sich der Termin bei den Geschwistern in Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen herum. Nachdem das Datum und der Ort der Begegnung dann über die Zeitschrift „Unsere Familie“ bekannt gegeben worden war, kamen auch aus Berlin, Hamburg, Hessen und Baden-Württemberg, wo ebenfalls Gottesdienste für Hörgeschädigte gehalten werden, Anmeldungen für das Treffen in Quelle-Steinhagen, das damit zu einer „Großveranstaltung“ im Kreis der Hörgeschädigten wurde.
Am Morgen des 05. Juni versammelten sich 205 hörgeschädigte Geschwister und 75 Betreuer zum Gottesdienst in der Kirche Quelle-Steinhagen, wo Bischof Simon ihnen mit einem Textwort aus Prediger 4, 17 diente:
„Bewahre deinen Fuß, wenn du zum Hause Gottes gehst, und komme, dass du hörest ...“.
In seinem Dienen, dass von Priester Ott in die Gebärdensprache übersetzt wurde, ging der Bischof auch auf den Gottesdienst ein, den Stammapostel Schmidt vor mehr als 30 Jahren für die Hörgeschädigten gehalten und in dem er ihnen zugerufen hatte: „Freuet euch in dem Herrn allewege! Und abermals sage ich: Freuet euch!“ (Philipper 4, 4). Mit dem gleichen Textwort hatte Bezirksapostel Engelauf vor elf Jahren den Hörgeschädigten gedient. Diese Freude am Herrn, so Bischof Simon, sei über die Jahre in den Herzen der Geschwister geblieben, ja habe sich noch vermehrt.
Trostvoll und ermutigend waren auch die Worte, die Bischof Simon in diesem Gottesdienst an die hörgeschädigten Schwestern und Brüder richtete: „Ihr seid im Glauben nicht behindert und daher an der Nachfolge nicht verhindert.“
Am Schluss des Gottesdienstes dankte Priester Ott im Auftrag des Bischofs Simon und im Namen aller Hörgeschädigten und ihrer Betreuer dem Bezirksältesten i. R. Lierse für seine wertvolle und wichtige Arbeit in der Vergangenheit. Als Geschenk bekam der Bezirksälteste einen großen Blumenstrauß und während des Beisamenseins am Nachmittag noch ein schönes Geschenk für seinen Garten.
Der Nachmittag, den die Geschwister in der „Mensa“, in der alten Kirche in Bielefeld-Mitte verbrachten, wo auch gemeinsam zu Mittag gegessen wurde, brachte manche Gelegenheit zum Gedankenaustausch und zur Motivation in der gemeinsamen Arbeit.
Nach einem Gebet des Bischofs Simon fand die Begegnung am Spätnachmittag ihr Ende, und die Geschwister traten ihre zum Teil weiten Heimwege an.
Die Resonanz auf dieses überregionale Treffen der Hörgeschädigten kam in vielen Anrufen und Faxen zum Ausdruck, die Priester Ott in den nächsten Tagen bekam: diese Begegnung soll keine einmalige Sache bleiben!
|