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Willkommen in Charlottenburg
Aus allen Teilen Deutschlands und der Schweiz machen sich Hörgeschädigte Geschwister und Begleiter auf nach Berlin. Es ist Samstag, der 28. August 2010. Heute Mittag beginnt das 12. überregionale Hörgeschädigtentreffen. Am Charlottenburger Econtel Hotel kreuzen sich die teils langen Anfahrtswege. Es scheint, als ob alle gleichzeitig eintreffen. Ein buntes Menschenknäuel mit blaubändrigen Namenskarten erobert umliegende Gehsteige. Zwischendrin freundliche Gesichter des Organisationsteams der Gebietskirche Berlin-Brandenburg, die die Ankommenden liebevoll begrüßen. „Schön, dass ihr da seid! Herzlich willkommen in Berlin! Und bitte noch ein klein wenig Geduld!“
Schließlich hält jeder einen Brief des Bezirksapostels und seinen Schlüssel in den Händen. Doch niemand ist lange auf dem Zimmer. Es drängt nach unten, ins Foyer, zum Infomobil. Hier sind bekannte Gesichter und viele neue. Angekommen… und doch nicht fremd.
Gegen 14 Uhr brechen wir auf in Richtung Spree. Wolken haben sich vor die Sonne geschoben. Es ist windig und den ersten Regentropfen folgen Unmengen weitere. Ein Drogeriegeschäft auf dem Weg hat wohl noch nie so viele Schirme verkauft. Das Ausflugsschiff ist in Sicht und nimmt die regentriefenden Gestalten auf. Hier ist es warm und trocken und freundliche Geschwister winken einander zu. Andere fragen, ob man nicht an ihrem Tisch Platz nehmen wolle. Gern wird die Einladung angenommen um sich kennen zu lernen und miteinander zu plaudern.
Spree ahoi
Der Bezirksapostel betritt die verschiedenen Decks und reicht jedem die Hand. Freude liegt in seinem Blick. Im Gebet bittet er Gott um seinen ganzen Segen und darum „den Himmel zuzuschließen“, auf dass Sonne scheinen möge und diese Ausflugsfahrt durch die Stadt doch Freude bringen mag. Zum Kaffeetrinken prasselt der Regen jedoch noch kräftiger als vorher auf das Glasdach. Die Farben des Himmels rangieren zwischen grau, dunkelgrau und undefinierbarem beige. Es regnet weiter als wir unter den ersten niedrigen Brücken hindurchfahren.
Während die Geschwister sich noch unterhalten, reißt plötzlich der Himmel auf. Die ersten gehen vorsichtig an Deck. Jetzt trocknet die Sonne und wärmt. Immer mehr Passagiere schauen jetzt rechts und links des Flusses auf die Sehenswürdigkeiten, während ein sanfter Wind die Haare streichelt. Die Sonne tut dem Herzen gut. An der Reling stehend oder auf dem Deck sitzend plaudern Grüppchen mit Stimme und Händen. Wiedersehensfreude, Gespräche, Austauschen der Erlebnisse des letzten Jahres… zwischendurch ein staunender Blick auf den Fernsehturm, der einmal wieder aus einer anderen Richtung grüßt. Dann weist der Kapitän daraufhin, bitte bei der nächsten Brücke wieder den Kopf einzuziehen.
Langsam leeren sich die oberen Decks in Richtung Abendessen und auch die letzten Deckflüchtlinge werden freundlich in das untere Schiff eingeladen. Wie Wasser plätschert die Zeit dahin. Leicht getrübt wird die Freude von einem Wespenstich, der just eine Schwester traf, die allergisch ist und daraufhin mit dem Krankenwagen abgeholt werden muss. Gegen 19:00 Uhr legt das Schiff wieder am Ausgangspunkt „Tegeler Weg“ an.
Nachtschwärmer
Beim Blick aus dem Fenster in einem der oberen Hotelstockwerke, zeigt sich ein sanft-goldener Sonnenuntergang. Noch ist der erste Tag nicht zu Ende. Im Foyer wird geplant und diskutiert; wie soll der weitere Abend aussehen? Manchen zieht es in die Berliner Nacht, andere finden ein Plätzchen im Hotelrestaurant. Bis die letzten Lichter gelöscht werden, wird viel gelacht, gefragt, zugehört… der Abend klingt aus.
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